Bauhaus – „Haus des Bauens“ – eine legendäre deutsche Kunst- und Handwerksschule. Der Name knüpft an die mittelalterliche Bauhütte an, eine Organisation, in der Handwerker verschiedenster Gewerke zusammenarbeiteten. Die Schule versuchte, Kunst und Handwerk zu vereinen sowie bildende Kunst mit angewandter Kunst, Industriedesign, modernen Technologien und Architektur zu verknüpfen – mit dem Ziel, die Grenzen zwischen diesen Bereichen aufzulösen. Das staatliche Bauhaus in Weimar wurde 1919 gegründet. Als Architekt und Gründer fungierte Walter Gropius, und zu den Lehrenden dieser Kunstschule zählten herausragende Bauhaus-Künstler wie Wassily Kandinsky und Paul Klee.

Im Laufe der Zeit formierte sich daraus eine gleichnamige Designgruppe, die das damalige Design nachhaltig prägte. Ihre Mitglieder hatten großen Einfluss auf die Entwicklung moderner Konzepte in der Innenarchitektur. Auf Grundlage ihrer Ideen entstand der Bauhaus-Stil – modern, funktional und von einer klaren, reduzierten Ästhetik geprägt. Er war eine radikale Abkehr vom Reichtum der Ornamentik des Art déco. Viele neue Stilrichtungen entwickelten sich gerade im Spannungsfeld zu bestehenden Strömungen. Doch wie genau haben diese Gegensätze das Design des 20. Jahrhunderts beeinflusst?

100 Jahre Bauhaus Architektur – Art déco und luxuriöser Modernismus

Die Geschichte des Bauhauses währte von 1919 bis 1932, als die Lehranstalt nach Dessau und schließlich Berlin umzog, bevor sie 1933 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. In einem ähnlichen Zeitraum dominierte im Interieur der Art-déco-Stil. Seine Blütezeit erlebte er in den 1920er- und 1930er-Jahren.

Er stand für Luxus, geprägt von geometrischen Formen und Symmetrie. Die Räume wirkten elegant und strukturiert, zugleich jedoch funktional. Dennoch setzte Art déco auf opulentes Design und stellte damit einen bewussten Kontrast zur nüchternen Funktionalität dar. Er verband angewandte Kunst mit hochwertigem Handwerk und exzellenter Materialqualität. In gewisser Weise war er eine mutige, dekorative und luxuriöse Variante des Modernismus. Parallel dazu entwickelte sich mit dem Bauhaus eine ebenfalls modernistische, jedoch grundlegend andere Designphilosophie, die Kunst und Technik als neue Einheit verstand.

Zum Jubiläum 100 Jahre Bauhaus wurde deutlich, wie sehr dieser Stil unsere Bauwerke bis heute beeinflusst. Während Art déco auf Luxus setzte, etablierte das Bauhaus ein neues Verständnis von Design und  Inneneinrichtung.

Die Geschichte des Bauhaus-Stils – zeitlose Prinzipien

Die Designer der Bauhaus-Schule stellten die Funktion in den Mittelpunkt – umgesetzt in einer minimalistischen Form, die sich stets aus dem jeweiligen Zweck ableitete. Ihre Entwürfe zeichneten sich durch klare Linien und den Verzicht auf überflüssige Dekoration aus – ganz nach dem Leitsatz „Form follows function“ (oder deutsch: „Form folgt Funktion“).

Geometrische Formen, wie man sie auch aus dem Art déco kennt, fanden sich ebenfalls wieder – jedoch in deutlich reduzierter, puristischer Ausführung. Ergänzt wurden sie durch Asymmetrie, organische Linien, moderne, oft roh belassene Materialien und das Ziel, minimalistisches Design massentauglich zu machen. All diese Elemente prägten den Bauhausstil, dessen Name direkt von der Schule und der Designbewegung übernommen wurde.

Als interessante Randnotiz: Die Bauhäusler weckten sogar das Interesse der Popkultur. Eine britische Rockband, inspiriert von den Ideen, übernahm den Namen der Schule, die einst unter Gropius‘ Leitung Weltruhm erlangte, und gilt heute als einer der Wegbereiter des Gothic Rock.

Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierten viele Designer wie Ludwig Mies van der Rohe in die USA. Ihre Ideen prägten maßgeblich das amerikanische Design, die Architektur und Innenraumgestaltung. Auch Marcel Breuer, der den berühmten Stahlrohrmöbel-Stil und den ersten Freischwinger-Stuhl entwickelte, trug die Vision weiter. Daraus entwickelte sich der Stil „Mid-Century Modern", der auch auf praktische Lösungen und gestalterische Zurückhaltung setzte.

Die Bauhaus-Schule – Ihre zeitlose und weltweite Bedeutung

Modernistische Visionen wie die von Hannes Meyer oder László Moholy-Nagy prägten das Design über viele Jahrzehnte hinweg. Gleichzeitig entstanden auch mutigere, weniger minimalistische und stärker dekorative Stilrichtungen und Trends. In den letzten Jahren ist zudem eine deutliche Hinwendung zur Natur und zu wärmeren Wohnkonzepten zu beobachten. Dennoch bleibt der Bauhaus-Stil eine ikonische Größe im Design – zeitlos und nach wie vor hochaktuell. Funktionalität und formale Klarheit, die ihn auszeichnen, verlieren nie an Relevanz, und der Stil selbst erfreut sich bis heute großer Beliebtheit.

Bauhaus gilt bis heute als die bekannteste Designschule der Welt – obwohl sie nur 14 Jahre existierte. In dieser kurzen Zeit revolutionierte sie das Design des 20. Jahrhunderts und setzte wegweisende Impulse für den Modernismus und das zeitgenössische Gestalten. Die Ideen ihrer Mitglieder sowie die Prinzipien der Schule beeinflussten Kunst, Handwerk, Design und Architektur nachhaltig. Die von ihnen entworfenen Meisterhäuser und das Bauhausgebäude in Dessau wurden sogar in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen.

Doch die Lehren des Bauhauses beschränkten sich nicht nur auf Architektur und minimalistische Bauformen. Die herausragenden Persönlichkeiten wie Johannes Itten, Lyonel Feininger oder Oskar Schlemmer, der das Bühnenbild revolutionierte, vermittelten ihren Studierenden eine umfassende Designphilosophie – eine Denkweise, die Gestaltung als bewusste, funktionale und ganzheitliche Disziplin versteht.

Funktionelles Design – Gründer Walter Gropius

Der Gründer und erste Direktor der Bauhaus-Schule, Walter Gropius, setzte auf ästhetisches und zugleich funktionales industrielles Design. Im Fokus stand die Gestaltung von Wohnräumen, die sich an den individuellen Bedürfnissen der Menschen orientieren. In den Werkstätten des Bauhauses in Weimar experimentierten die Schüler mit neuen Formen, um Produkte für die Massenproduktion tauglich zu machen.

Die Lehrenden vermittelten ihnen, dass gutes Design auf dem Verständnis der Funktion jedes einzelnen Elements basiert. Reine Dekoration ohne praktischen Nutzen wurde bewusst hinterfragt – ja sogar abgelehnt.

Im Rahmen von Workshops und praktischen Übungen entstanden Möbel und Alltagsgegenstände, die erschwinglich sein sollten. Da eine serielle Produktion vorgesehen war, verzichteten die Entwürfe auf aufwendige Verzierungen und komplexe Formen.

Viele Entwürfe, wie die berühmte Bauhaus-Leuchte (Wagenfeld-Lampe) von Wilhelm Wagenfeld, wurden zu Klassikern des modernen Designs. Zahlreiche avantgardistische Projekte werden bis heute produziert – jedoch oft mit einem exklusiven, hochwertigen Charakter. Gleichzeitig bleiben viele Bauhaus-Ideen aktuell und inspirieren neue Generationen von Architekten und Designern. Dadurch hat der Bauhaus-Stil nichts von seiner Relevanz verloren und fügt sich bis heute nahtlos in moderne Interieurs ein. Mehr noch – er kehrt regelmäßig als angesagter Trend in der Innenarchitektur zurück. Wie also sollten Räume im Bauhaus-Stil gestaltet sein?

Bauhaus-Stil in der Inneneinrichtung – Formen, Materialien, Farben und Accessoires

Wer sich mit dem Bauhaus-Stil beschäftigt, wird schnell feststellen, dass ein Begriff immer wieder im Mittelpunkt steht: Funktionalität. Sie ist das zentrale Prinzip dieses Stils. Ebenso wichtig ist die Ergonomie – also die konsequente Ausrichtung des Raumes an den Bedürfnissen der Nutzer. Möbel und Einrichtungsgegenstände müssen in erster Linie praktisch und nutzbar sein. Für rein dekorative Elemente ohne Funktion gibt es keinen Platz. Ob es ein Teeservice oder eine schlichte Lampe ist – jedes Objekt folgt dem Ziel, neues Schaffen zu ermöglichen, ohne in den alten Jugendstil zurückzufallen.

Gleichzeitig spielt Großzügigkeit eine wichtige Rolle. Idealerweise sind Räume offen gestaltet, ohne unnötige Trennwände. Die einzelnen Bereiche gehen fließend ineinander über, während Funktionen und Zonen durch gezielte Gestaltungselemente visuell definiert werden. Die Räume sollen weitläufig und lichtdurchflutet sein, mit einem hohen Anteil an natürlichem Tageslicht. Charakteristisch für die Bauhaus-Architektur sind große Fenster, die möglichst frei und unbedeckt bleiben sollten.

Schlichtheit und Minimalismus gehören ebenfalls zu den zentralen Merkmalen. Verwendet werden moderne, oft industriell geprägte Materialien wie Glas, Beton, Leder, unbehandeltes Holz oder Metallelemente – insbesondere Stahlrohr, das häufig an den Industrial Style erinnert. Auch die Farbpalette bleibt zurückhaltend: Grau, Schwarz, Braun, Beige und Weiß dominieren, ergänzt durch gezielte Akzente in Blau, Gelb, Rosttönen oder Rot.

Im Bauhaus-Stil ersetzen klare, geometrische Formen klassische Ornamente und dekorative Elemente. Die Ästhetik entsteht nicht durch Verzierung, sondern durch Funktion und Form. Die dekorative Wirkung übernehmen bewusst gestaltete Details – etwa die Linienführung von Möbeln, Farbnuancen oder kontrastreiche Materialkombinationen, beispielsweise glänzende und matte Oberflächen. Diese kommen besonders gut vor neutralen, hellen Wänden und Böden zur Geltung.

Wenn Dekoration eingesetzt wird, dann in reduzierter Form: geometrische Muster, Designerleuchten, schlichte abstrakte Kunst oder Grafiken – und insbesondere Spiegel, die neben ihrer ästhetischen Wirkung auch eine klare funktionale Rolle erfüllen.

Welche Spiegel passen zum Bauhaus-Design?

Eines der zentralen Prinzipien des Bauhaus-Stils ist, dass Gebrauchsgegenstände selbst zur Gestaltung beitragen. Genau deshalb fügen sich Spiegel perfekt in dieses Konzept ein. Sie verbinden Funktionalität mit einer klaren, reduzierten Ästhetik und übernehmen zugleich eine dekorative Rolle – jedoch ohne überladene Details. Im Bauhaus-Stil dominiert schlichte, zurückhaltende Gestaltung: eine Kombination aus puristischer Eleganz und einem dezent industriellen Charakter.

Ideal sind geometrische Spiegel – rechteckige, quadratische, runde oder ovale Formen sowie halbovale Rundbogen-Spiegel. Auch asymmetrische oder segmentierte Varianten passen hervorragend, ebenso Modelle, die aus zwei Spiegelflächen bestehen oder unterschiedliche Farbtöne kombinieren.

Übermäßig verzierte Spiegelflächen sollten hingegen vermieden werden. Ruhige, organische Formen können ebenfalls funktionieren – vorausgesetzt, sie harmonieren mit den übrigen Gestaltungselementen im Raum. Spiegel müssen nicht zwingend gerahmt sein, können aber geschliffene Kanten aufweisen, was den funktionalen Charakter zusätzlich unterstreicht. Auch LED-Beleuchtung fügt sich perfekt in das Konzept ein – ob schlicht integriert oder asymmetrisch eingesetzt, etwa zur Betonung geometrischer Linien.

Wenn Rahmen gewählt werden, sollten sie dezent, klar und schlank sein. Materialien wie Holz oder Holzoptik sind ebenso passend wie Beton, Metall oder Chrom – Materialien, die sich nahtlos in das Konzept der Hochschule für Gestaltung einfügen. Auch Sprossenspiegel können eine interessante Option sein. Die Farbgebung bleibt zurückhaltend: Weiß, Schwarz, Stahl oder Kupfer dominieren, können jedoch gezielt auf stärkere Farbakzente im Raum abgestimmt werden.

Spannend wirkt zudem das Spiel mit unterschiedlichen Oberflächen: Die glänzende Spiegelfläche harmoniert ideal mit matten Rahmen oder strukturierten Materialien. Wichtig ist dabei stets, dass der Spiegel nicht nur als dekoratives Element dient, sondern als funktionaler Bestandteil der Einrichtung überzeugt.

Fazit – Einrichten im Bauhaus-Stil

Der Bauhaus-Stil steht für zeitlose Eleganz, die ohne Überfluss auskommt. Ob durch den Einfluss von Moholy-Nagy in der Fotografie oder Mies van der Rohes Architektur – die Prinzipien der Stilrichtung bleiben bestehen, finden auch heute großen Anklang bei Architekten und Designern und lassen sich hervorragend in moderne Wohnkonzepte integrieren.

Oft dient Bauhaus dabei als Inspirationsquelle, die von Gestaltern neu interpretiert und an aktuelle Bedürfnisse angepasst wird. Räume werden individueller gestaltet und durch Farben sowie Textilien wohnlicher gemacht. Selbst minimalistische, funktional ausgerichtete Interieurs können heute eine warme, einladende Atmosphäre ausstrahlen. Eines bleibt jedoch unverändert: Die konsequente Ausrichtung auf Funktionalität – das Fundament des Bauhaus-Stils.

Empfohlene Spiegel im Bauhaus-Stil:

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